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Kurzbericht vom 07.02.2015 mit Bildergalerie
Wie wird man Wissenschaftler? Haben Mädchen die gleichen Chancen?

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Kurzbericht vom 07.02.2015 mit Bildergalerie
Erster Termin beim Radioclub. v.l.n.r. Meo, Felix, Dr. Hildenbrand, Marta, Flavia und Detlef Kowalewski (Informatiker)

Dr. Dietmar Hildenbrand, Mathematiker an der TU Darmstadt stellt sich den Fragen der Kinder. Kinder gestalten eine Radiosendung zum Thema Wissenschaft – das wird nicht einfach eine reine Unterhaltungssendung sondern soll anspruchsvolle Inhalte zur Wissenschaft aus der Sicht von Kindern bekommen. Die Kinder stellen unbefangen Fragen, die sich Erwachsene nicht zu stellen wagen!

VeranstalterForum Beruf, Karriere, Zukunft e.V.

Heute treffen die Kinder sich zum ersten Mal. Am Anfang sind sie noch zu viert: Marta, Flavia, Felix und Meo. Mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgen sie die einleitende Erklärung zum Anliegen und zur Methodik dieses Kurses der Kinderuni Darmstadt. 

Erste Fragen werden geklärt: Was ist das Ziel dieses Kurses? Wie ist der zeitliche Ablauf? Wann und wo wird die Sendung übertragen? Wird es eine Livesendung? Wie soll die Arbeit organisiert werden?

Prioritäten wie Termine und Inhalte werden vereinbart und anschließend rückwärts geplant, was zu tun ist, und, wer es übernimmt. Alles wird am Flipchart festgehalten und schon haben wir einen Zeitplan mit To-do-Liste und Verantwortlichkeiten, die als grobe Orientierung für alle gilt.

Später wird diese noch mehrfach ergänzt und überarbeitet. Die Zahl der Kinder wird sich in den Folgeveranstaltungen noch verdoppeln, wie aus den Anmeldezahlen ersichtlich ist.

Jedes soll sich darin wiederfinden und seine Stärken wunschgemäß einbringen können. Die Qualität kann dadurch nur gewinnen, da wir zwar nicht mehr Sendezeit bekommen, dafür aber 2 bis 3 Moderatoren pro Thema haben werden. Alles eine Frage der Abstimmung! Die Kinder regeln das untereinander und bilden Arbeitsgruppen! ;-) 

Anfangs werden sie noch vom erwachsenen Referenten moderiert und immer wieder auf den Programmplan mit Zeiteinhaltung und Verantwortlichkeiten orientiert. 

In zunehmendem Maße übernehmen sie das selbst und es entwickelt sich eine wunderbare Gruppendynamik, weil jedes Kind im Team seine Anerkennung und seinen Platz sucht – genau wie bei den Erwachsenen ;-) 

Nachdem nun alle wissen, wie es gehen soll, legen wir mal los: 

Die Kinder interviewen "ihren" ersten Wissenschaftler, Herrn Dr. Dietmar Hildenbrand, Mathematiker an der TU Darmstadt. Sie haben ein ganzes „Pulverfass“ an Fragen. 

„Ihr wollt mich interviewen? Aha. Ich dachte, ich soll Euch einen Vortrag halten?“ „Ja, später!“ antwortet Marta (11) ziemlich selbstbewusst. „Erstmal haben wir einige Fragen“. „Na, dann mal los! Fragt mal! Was wollt Ihr wissen?“ 

Die Kinder ließen sich das nicht zweimal sagen. Provisorisch wird ein dicker Filzstift mit roter Kappe zum Mikrofon umfunktioniert und sehr direkt auf den Herrn Doktor gerichtet und schon geht’s ab.

Marta macht den Anfang  bringt ein „Feuerwerk“ an Fragen in Gang, dem sich Meo und Felix schnell anschließen. Flavia zögert noch und folgt dem Ganzen erstmal sehr aufmerksam und interessiert. So? Das kann man sich also trauen?

Mutig und selbstbewusst eröffnet Marta ein wahres Feuerwerk an Fragen an den Mathematiker. Felix, Flavia und Meo schließen sich an. Mutig und selbstbewusst eröffnet Marta ein wahres Feuerwerk an Fragen an den Mathematiker. Felix, Flavia und Meo schließen sich an.

Schnell haben sich Flavia und Marta angefreundet ebenso Meo und Felix. 

Mit Beginn der ersten Aufgabe machen die Kinder sich untereinander Mut und erfahren gegenseitige Bestärkung und Ergänzung. Intuitiv und völlig natürlich bilden sie sofort ein Team, das sich untereinander abspricht, Bälle zuspielt und Regeln vereinbart, solange die Erwachsenen nicht eingreifen oder dominieren und diese positiven Begleiterscheinen nicht leichtfertig wegdrücken. 

Während ein Kind Fragen stellt, nutzen die anderen die Beobachtungszeit, um zu überlegen, welche Fragen sie noch stellen könnten. Jedes Kind bringt seine Stärken ein und versucht, den Vorredner auf seine individuelle Art zu übertrumpfen. So wird das Interview immer anspruchsvoller. Alle werden immer mutiger und sicherer und können sich mit den Inhalten identifizieren. 

Mädchen ausdrücklich erwünscht? Hartnäckig und direkt fragt Marta nach den Chancen für Mädchen und der Wissenschaftler bestätigt ausdrücklich die Chancengleichheit. Mädchen ausdrücklich erwünscht? Hartnäckig und direkt fragt Marta nach den Chancen für Mädchen und der Wissenschaftler bestätigt ausdrücklich die Chancengleichheit.

Der sichtlich beeindruckte Wissenschaftler, der von der Einfachheit und Natürlichkeit der Fragen verblüfft zu sein und sich durch das Interesse doch geschmeichelt zu fühlen scheint, fragt schließlich, als das „Pulver verschossen“ zu sein scheint, „Na los, was wollt Ihr noch wissen?“  

Aber da hat er die Kinder unterschätzt! Nun kommt Felix, der angehende Nachrichtensprecher zu Wort. Nüchtern und sachlich stellt er seine Fragen.

Der Mathematiker schmunzelt sichtlich beeindruckt: „Sonst noch irgendwelche Fragen?“ Klar! Meo springt zu Hilfe wie "Batman";-) Peppig, mutig und mit Esprit stellt nun er seine mutigen, intelligenten Fragen. 

Doch nun endlich soll auch der Wissenschaftler selbst seinen Vortrag halten. Geometrische Algebra ist sein Thema. So, so! Die Kinder folgen ihm gespannt und mit Respekt. Kindgerecht hat er den Vortrag vorbereitet, den er schon mehrfach anderen Kindern präsentiert hat. 

Dr. Hildenbrand darf nun endlich sein Thema präsentieren: Dr. Hildenbrand darf nun endlich sein Thema präsentieren: "Geometrische Algebra" und ermutigt insbesondere Meo, weiterhin an Mathewettbewerben teilzunehmen. hinten: Meo, Felix, Dr. H., vorn: Marta und Flavia

Die Kinder hätten immer mit Begeisterung reagiert und Mädchen hätten sogar schon mehrfach besser abgeschnitten oder Aufgaben schneller gelöst als Jungen.

Und schon sind wir beim Thema MINT und dem MINT-Fach Nummer 1 – Mathematik, was ja das Spezialgebiet und Kernanliegen des Referenten ist. „Hat denn jemand von Euch Mathematik als Leistungsfach??“ Meo! Alle sind erstaunt. 

Er hat sogar schon an Mathewettbewerben teilgenommen. Der Referent ist sichtlich erfreut. Ausdrücklich ermutigt er ihn und die anderen Kinder, an weiteren Mathewettbewerben teilzunehmen und gibt dazu zahlreiche Anregungen und Tipps. 

Ja, so wird die Sendung bunt und unterhaltsam. Das war ein schöner, vielversprechender Einstieg.

Alle sind beeindruckt, was so ein Team auf Anhieb zustande bringen kann und fallen erschöpft aber glücklich ihren vor der Tür schon wartenden Eltern in die Arme.