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Kurzbericht 05.03.2013 mit Film und Bildergalerie
Forschen in der Forscherwerkstatt der Goetheschule Darmstadt - Experimente vor Ort

Direktlink: https://www.kinderuni-darmstadt.de/8442


Kurzbericht 05.03.2013 mit Film und Bildergalerie

Veranstaltungsort: Goetheschule Darmstadt, Viktoriastr. 31, 64293 Darmstadt,

Wissenschaftliche Leitung: Herr Dr. Böhm



Experimente im Forscherrat

20 Forscherkisten zum selbstständigen Experimentieren warteten heute in der Forscherwerkstatt der Goetheschule Darmstadt auf die Kinder. Nach einer kurzen Einführung durch Herrn Dr. Böhm in die Regeln zum Verhalten in der Forscherwerkstatt, nach der Zusammenstellung der Teams und dem Entwurf eines Forscher-Zeitplans für den Nachmittag begann der Run auf die Experimente, deren Titel wie Flaschentaucher, Leonardo-Brücke und Kleiner Zauberbrunnen Spannendes verhießen. Die Kinder entschieden sich für die folgenden Versuche:

Die Forscherkiste „Unterwasser-Vulkan" beantwortete Fragen zum Thema Temperatur und Schwerkraft. Warmes Wasser dehnt sich aus und benötigt mehr Raum als kaltes Wasser, bei welchem sich die Teilchen dichter beinander befinden. Also passt in einen Behälter mehr kaltes als warmes Wasser, oder anders gesagt: das gleiche Volumen warmen Wassers ist leichter als das kalten Wassers. Dies wurde per Waage nachgemessen und im Versuch unter Beweis gestellt. Das schwer kalte Wasser drängt das leichtere warme - durch Krepppapier rot eingefärbte - Wasser aus der kleinen Flasche nach oben, was einem ausbrechenden Vulkan glich. Das gleiche Phänomen wurde in einem weiteren großen Versuchsaufbau sehr anschaulich nachvollzogen.

Beim Versuch mit „Knetschiffen" zum Thema Verdrängung und Schwerkraft ergab sich folgendes: Ein Klumpen Knete geht unter, weil er schwerer ist als ein gleich großes Stück Wasser. Das aus Knete geformte Schiff hingegen schwimmt, weil es durch seine Form mehr Wasser verdrängt als der gleich schwere Knetklumpen. Ob das Schiff aber tatsächlich schwimmt, hängt auch mit seiner Form zusammen.

Im Experiment „Farben trennen" zum Thema Stofftrennung kam eine Methode zum Einsatz, die Anteile von Stoffgemischen beim Auftrennen von in Filzstiften enthaltenen Farbstoffen sichtbar macht. Die Farben klettern auf einem mit Wasser vollgesogenen Papierstreifen nach oben und trennen sich so auf. Schwere und weniger gut wasserlösliche, haftende Farben klettern dabei nicht so gut wie leichte, wasserlösliche Farben und man kann gut erkennen, welche Farben Bestandteile der Filzstiftfarbe sind.

Das Experiment „Fallschirme" gab Hinweise darüber, warum Luft bremsen kann. Hierbei wurde der Frage nachgegangen, warum ein Fallschirm den Fall eines Gegenstandes verlangsamt. Die Antwort: weil ein Fallschirm mehr Luft zur Seite drängen muss als ein Gegenstand der am Fallschirm befestigt ist. Er fällt langsam, weil das Vorbeiströmen der Luft an den Seiten des Fallschirms Zeit benötigt. Leichte Gegenstände werden beim Fall stärker abgebremst als schwere. Im Versuch wurde die Fallzeit eines selbstgebastelten Fallschirms gemessen und dabei festgestellt, dass der Fallschirm pro Sekunde einen Meter zurücklegte.

Die Versuche „Backpulver-Rakete" und „Luftballon aufbrausen" zum Thema Kräfte, Stoffe und Gas zeigten, dass sich durch das Mischen von Brausepulver und Wasser, bzw. von Backpulver mit einem Zitronensaft-Wassergemisch die Stoffe gegenseitig in einer chemischen Reaktion verändern und ein Gas namens Kohlenstoffdioxid entsteht. Wenn die Menge des entstehenden Gases das Volumen des verwendeten Mischbehälters übersteigt kann das Gas einen über einen Flaschenhals gezogenen Luftballon aufblasen oder sogar den Druck in einer kleinen geschlossenen Dose derart steigern, dass diese explodiert. Letzterer Versuch erreichte die höchste Aufmerksamkeit bei den Kindern.

Das Experiment „Wassermusik" beschäftigte sich mit dem Sichtbar- und Hörbarmachen von Wellen. Hierzu wurde zunächst mit Tonhöhen variiert, die sich veränderten, je nachdem welche Wassermenge ein Glas beinhaltete. Feststellen ließ sich: je leerer ein Glas ist, desto mehr Kraft besitzt es, Schwingungen weiter zu geben und umso höher wird der Ton. Auch sind die Wellen hier deutlich sichtbarer. Um ein volleres Glas in Schwingung zu bringen, muss mehr Kraft aufgewendet werden, der Ton bleibt tiefer und die Wellen sind weniger sichtbar.

Nachdem die Experimente in den Teams durchgeführt worden waren, bereiteten sich die Kinder auf den bevorstehenden Forscherrat vor. In diesem berichteten sie der Gruppe von ihren Erfahrungen mit den Experimenten, führten diese noch einmal vor dem Plenum durch oder beschrieben die Ergebnisse und bekamen für ihre Vorstellung gebührenden Applaus. Herr Dr. Böhm ergänzte sowohl durch sein Fachwissen als auch durch bildliche Demonstrationen die Beschreibungen der Versuche und regte zur Bildung eigener Forscherfragen zu den Experimenten an. Auch weil die Kinder alle gemeinsam tatkräftig beim Aufräumen der Kisten und Entsorgen des benutzten Verbrauchsmaterials mithalfen, endete ein gelungener Forschertag des KID Forscherclubs an diesem Tag pünktlich nach Plan. Vielen Dank an die Goetheschule Darmstadt mit der angeschlossenen Forscherwerkstatt und dessen Leiter Herr Dr. Böhm.