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Kurzbericht 19.02.2013 mit Bildergalerie
Thema Mechanik, Versuche mit einem technischen Exponat des TÜV Kids-Programms

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Kurzbericht 19.02.2013 mit Bildergalerie

Veranstaltungsort: TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH, Rüdesheimer Str. 119, 64285 Darmstadt

Projektleitung Initiative „TÜV Kids" Herr Seehars, TÜV Kids-Trainerin Julia Grauel, Antje Bäcker


Heute stand das Thema Mechanik beim KID Forscherclub im Mittelpunkt. Mit freundlicher Unterstützung des Projektleiters der Initiative TÜV Kids Herr Seehars konnte dieser handlungsorientierte Termin mit dem Ziel des erfahrungsbezogenen Lernens realisiert werden. Unter anschaulicher Anleitung der sehr netten TÜV Kids-Trainerin Julia erfuhren die Kinder zunächst, dass Mechanik in den vielfältigsten Alltagsgegenständen wie Zeigern (Zahnräder) in Uhren, Spielplatzwippen (Hebel), Angeln (Welle, Winde) und Türgriffen (Hebel) steckt. Über die Konstruktion ihres eigenen Krans, einer perfekten mechanischen Maschine, konnten die Kinder nun die Prinzipien der mechanischen Elemente von Hebel, Winde, Flaschenzug und Zahnrad selbst nachvollziehen. Während des Aufbaus der Drehsteuerung des Krans wurde den Kindern zur Übertragung von Kräften folgendes klar: eine ganze Umdrehung des großen Holzrades erfordert eine vielfache Drehung des im Durchmesser viel kleineren Korkens, der über einen Gummi mit dem Holzrad verbunden ist. Eine mechanische Welle - eine sich drehende Stange - wird über die Befestigung eines Seiles zum Auf- und Abwickeln zur Winde. Am Kran befestigten die Kinder zwei Winden, eine zur Kontrolle des Flaschenzuges, die andere zur Bewegung des Hebels, also des Kranarmes. Mit Metallwinkeln, Deckenabhängern, Flaschenkorken, Nähmaschinenspulen und anderen Alltagsgegenständen bauten die Kinder in großer Geschwindigkeit ihre Kräne zusammen. Danach wurde kräftig ausprobiert: Hammer und Metallteile an den Haken angehängt - wie viel Gewicht konnte der Kran heben ohne umzufallen und wie hing dies mit der Länge des Hebels zusammen, der ja individuell einzustellen war? Zum Ende gab es noch eine TÜV-Plakette für jeden Kran und natürlich konnten die Geräte mit nach Hause genommen werden, um sich noch weiter mit dem Thema Mechanik auseinanderzusetzen.

Ein paar interessante Informationen zu den Arbeitsgebieten des TÜV ergänzten den praktischen Teil des Nachmittages. Auf die Frage, was der TÜV denn sei, bekam Julia die Antwort „Hier wird gecheckt, ob ein Auto noch gut ist." Dann wurde gesammelt, nach was denn dabei geschaut werden könne: z.B. nach Airbags, Bremsen, Reifen, Licht, Rost, dem Motor und dem Abgas. Hiernach wurde der Aufbau einer TÜV-Plakette und deren Ausrichtung bei der Befestigung erklärt. Die zuoberst stehende Ziffer sei der Monat in dem die Überprüfung des Fahrzeugs fällig würde, die Farbe der Plakette und die schwarzen Balken seien auch auf große Entfernungen sichtbare Hinweise auf das Jahr und den Monat der Fälligkeit. „Ihr könnt ja mal auf dem Schulweg TÜV-Prüfer spielen!" so Julia, „Ein Zettel an der Windschutzscheibe mit - SIE MÜSSEN UNBEDINGT ZUM TÜV - von euch, macht es für die  Fahrzeugbesitzer viel  billiger als wenn die Polizei sie ertappt!" Der TÜV überprüfe aber auch viele andere Geräte auf ihre Sicherheit, die mechanische oder elektrische Bestandteile enthalten. Hier nur einige Beispiele: Fahrradhelme, Fahrräder, Hebebühnen, Schneeketten, Baufahrzeuge, Flugzeugteile, Aufzüge, Küchengeräte, Rolltreppen, Raketenteile, Kräne, Spielplatzgeräte, Achterbahnen, Sportgeräte und Werkzeuge.

„Der TÜV-Prüfer hat ja einen ganz schön gefährlichen Job! Falls ein Gerät kaputt ist und er den Finger dranhält, wird er gegrillt!" Über diese Feststellung wurde zuletzt auch das Thema Strom gestreift. Die Stärken elektrischer Spannungen wurden erklärt, eine 9 Volt-Batterie an der Zunge getestet und herausgefunden, dass Strom in dieser geringen Stärke gefahrlos gefühlt werden kann. 230 Volt aus der Steckdose aber seien bereits lebensgefährlich und die Stromstärke von Hochspannungsleitungen zwischen 10.000 und 20.000 Volt garantiert tödlich. Diese Starkstromleitungen würden auch dort vorkommen, wo man sie nicht sofort vermute, im Boden und in den Gleisanlagen von Zügen und U-Bahnen.  „Warum können dann Vögel auf einer Hochspannungsleitung sitzen und überleben?" war eine berechtigte Frage. Das liege daran, dass sie nur eine Leitung, nämlich den Plus- oder den Minuspol berührten und keinen Bodenkontakt hätten, andernfalls würden sie zum „Brathähnchen", so Julia. Mit dem Hinweis, beim Drachensteigenlassen immer darauf zu achten, nicht in die Nähe von Hochspannungsleitungen zu geraten, da bei der geringsten Berührung mit ihnen schon Strom fließe, wurden die Kinder an diesem spannenden und lehrreichen Nachmittag zur wohl verdienten Heimfahrt entlassen. Vielen Dank an TÜV Hessen Kids und an alle Beteiligte.