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Kurzbericht vom 13.05.2015 mit Bildergalerie
Zu Besuch in der GSI - Was ist ein Atom? Was ist ein Teilchen? Was sind superschwere Elemente?

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Kurzbericht vom 13.05.2015 mit Bildergalerie
Besichtigung des Teilchenbeschleunigers. Dr. Sascha Vogel (links) hat den Besuch kurzfristig möglich gemacht und geht zusammen mit seiner Kollegin geduldig auf die engagierten Fragen der Kinder ein.

Die Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) hat Unglaubliches zu bieten. Dr. Sascha Vogel hat kurzfristig einen Besuch der Kinderuni möglich gemacht. Alle MINT-Fächer sind gefragt. Ein überwältigendes Erlebnis.

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Es ist in Worte nicht zu fassen, was dort passiert. Es ist gelungen - wir haben ihn - den Termin bei der GSI! Normalerweise beträgt die Wartezeit dafür ein Jahr, erklärt uns Dr. Sascha Vogel, der diesen Besuch persönlich innerhalb von 14 Tagen möglich gemacht hat.

Geduldig erwartet er uns an der Pforte, bis schließlich alle eingetroffen sind. Auf dem Weg zum Teilchenbeschleuniger veranschaulicht er uns am Beispiel einer Unkrautblüte, die er immer mehr verkleinert, was ein Teilchen ist - alles klar! Marta, Flavia, Felix und Gereon nicken zustimmend! „Und jetzt seht ihr gleich, was wir damit machen“.

Im Kontrollraum gibt es zahlreiche Monitore, mit denen der Teilchenbeschleuniger überwacht wird. Im Kontrollraum gibt es zahlreiche Monitore, mit denen der Teilchenbeschleuniger überwacht wird.

Wie im Raumschiff Enterprise sieht die Überwachungs- und Steuerungszentrale aus - überall Monitore und Lämpchen. Lukas, Cedric, Felix, Marta, Gereon, Flavia und Ole fragen um die Wette, was das Zeug hält. Geduldig erklärt Dr. Vogel, was das alles ist: „Ihr seht den Teilchenbeschleuniger schematisch abgebildet und mit entsprechenden Kontrolllämpchen versehen. Auf den Bildschirmen werden etliche Messwerte angezeigt.

An der Anlage angekommen, sind die Kinder zunächst überwältigt von deren Größe. Zusammen mit seiner Kollegin vor Ort, Frau Patricia Till, einer Physikerin, wird den Kindern erklärt, was hier passiert. Mithilfe von großen Elektromagneten, die ständig mit hoher Frequenz ihre Polarität wechseln, werden Teilchen zunächst durch Glühen generiert und dann immer mehr beschleunigt, bis sie so ein ungeheures Tempo entwickeln, dass man es mit Lichtgeschwindigkeit vergleichen kann.

Alles ist einfach nur riesig. 160m lang ist der Linearbeschleuniger. Unglaubliche Ströme fließen hier. Alles ist einfach nur riesig. 160m lang ist der Linearbeschleuniger. Unglaubliche Ströme fließen hier.

Wie schnell ist das Licht? Die Kinder raten. Was ist schneller: das Licht oder der Schall? Lukas und Marta raten engagiert, doch wer kann sich das schon vorstellen? Aufgrund der mehrere cm breiten Sicherungsdrähte, die man in einem verglasten Kasten am Linearbeschleuniger sehen kann, kann man sich vorstellen, welche Ströme hier fließen müssen. 160 m geradeaus fliegen die Teilchen, erfahren die Kinder in der Präsentation.

Wir gehen durch ein Labyrinth von meterdicken Betonwänden, die jede Art von Gefahr ausschließen sollen. Zurzeit sei aber alles ausgeschaltet, beruhigt uns Dr. Vogel! Wenn er eingeschaltet wird, zieht er so viel Strom, wie eine Großstadt und dies würde sich im bundesdeutschen Stromnetz bemerkbar machen! Das muss man sich einmal vorstellen! 

Wir bekommen noch viele außerirdisch aussehende, gigantische Anlagen gezeigt. Alles ist einfach nur riesig. Etliche Physiker und Biologen sind mit Testreihen beschäftigt. Die Kinder erfahren, dass es hier zunächst um Grundlagenforschung geht, deren Anwendungsmöglichkeiten erst in der nächsten Phase erforscht werden. Jeder einzelne Test kann dazu führen, dass der damit befasste Mitarbeiter über dieses Thema eine Doktorarbeit schreibt.

Was ist ein Atom? Was sind superschwere Elemente? Und viele weitere Fragen werden geklärt. Was ist ein Atom? Was sind superschwere Elemente? Und viele weitere Fragen werden geklärt.

Schnell noch nebenbei ein paar Grundlagen in Chemie: „Was ist ein Atom? Was ist ein Element? Was sind Schwermetalle? Was sind superschwere Elemente?“ Auch von radioaktiven Elementen und solchen, die nach ihrem Entdecker benannt wurden und ganz schnell wieder zerfallen, ist die Rede. Hier hat Ole die Nase vorn und kann mit neuestem Fachwissen die Präsentation bereichern.

Vorbei an vielen Gefahrenhinweisschildern kommen wir schließlich dort an, wo der Teilchenstrahl schließlich Anwendung in der Medizin findet. Zahlreichen Tumorpatienten, denen die Medizin nicht mehr helfen gekonnt hätte, hat der Computertomograph, der hier entwickelt wurde und nun in Heidelberg steht, schon das Leben gerettet, erfahren wir. Und hier wird der Strahl aus dem organischen Element Kohlenstoff generiert - das klingt für uns logisch.

„Und wie kommt der Strahl in den Kopf des Patienten, ohne ein Loch zu verursachen?“, will Lukas wissen. So dünn ist er, wie ein Röntgenstrahl, erklärt Dr. Vogel, der hinterlässt auch kein Loch. Ah, ja!

Der hier entwickelte Computertomograf (CT) steht heute in Heidelberg. Und wie kommt der Strahl in den Kopf des Patienten? Der hier entwickelte Computertomograf (CT) steht heute in Heidelberg. Und wie kommt der Strahl in den Kopf des Patienten?
Und dann ist das auch noch eine der energiesparendsten Anlagen weltweit, weil sie ein ganz ausgeklügeltes Kühlsystem hat. Die Eindrücke sind so überwältigend, dass selbst ein Erwachsener sie kaum aufnehmen kann.

Was haben wir heute gelernt? Ole und Felix - unsere beiden angehenden Nachrichtensprecher - fassen es zusammen: „Was Atome sind, was man mit Atomen machen kann, und dass man mit dem riesengroßen Teilchenbeschleuniger Tumorpatienten helfen kann“. Prima.

Dann bedanken wir uns außerordentlich bei Herrn Dr. Vogel und Frau Patricia Till für die überwältigende Führung, die noch lange nachwirken und möglicherweise die berufliche Orientierung vieler Kinder nachhaltig beeinflussen wird. Wir freuen uns, wenn wir wiederkommen dürfen, und Dr. Vogel möchte alle Kinder nach ihrem Physik-Studium wiedersehen. "Aber gern!" rufen sie alle gemeinsam.